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Die Geschichte der Homöopathie beginnt mit Christian Friedrich Samuel Hahnemann (10.4.1755-2.7.1843) geboren in Meißen (Sachsen-Anhalt). Als Sohn eines Porzellanmalers wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf. Da er ein begabter SchülerKrieg wurde es ihm durch einen Gönner trotz des Geldmangels ermöglicht, die Meißener Fürstenschule zu besuchen und in Leipzig Medizin zu studieren. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, übersetzte er Arzneimittellehren für Verlage. 1777 ging er für 9 Monate ans Krankenhaus der Barmherzigen Brüder nach Wien, dem der damals berühmte Dr. Freiherr von Quirin, Leibarzt der österreichischen Kaiserin, vorstand. Dieser nahm Hahnemann mit zu seinen Privatpatienten, weshalb Hahnemann später sagte, alles was ein Arzt ihm genannt werden könne, habe er Quirin zu verdanken. In Anbetracht der damaligen nahezu rein vorlesungsorientierten Ausbildung der Ärzte, die Patienten erst nach ihrem Abschluss zu Gesicht bekamen, nur zu verständlich. Nach seiner Zeit in Wien ging er nach Hermannstadt in Siebenbürgen, heute Rumänien, wo er als Bibliotheksverwalter Hausarzt und die Malaria kennen lernte. Nach Zwischenstationen kam er zu chemischen Studien an die Mohrenapotheke in Dessau und heiratete 1782 die Stieftochter des Apothekeninhabers, Johanna Leopoldine Henriette Küchler. Die folgeneden Jahren standen im Zeichen tiefer Armut durch mehrere Kinder und verschiedene Umzüge. Aus Verzweiflung über die Unfähigkeit der Medizin, die sich zur damaligen Zeit durch massive Ausleitungsverfahren als äußerst schwächend, wenn nicht gar todbringend für einige Patienten erwiesen hatte, hatte Hahnemann seine ärztliche Praxis vorübergehend aufgegeben und sich erneut literarischen Tätigkeiten und chemischen Untersuchungen zugewendet. 1790 übersetzte er in Leipzig eine Arzneimittellehre des Schotten Cullen ins Deutsche, wobei er über eine Passage mit der Erklärung zur Wirkung der Chinarinde ins Grübeln geriet.
Der Chinarindenversuch Die Passage zur Chinarinde in Cullens Arzneimittellehre veranlasste Hahnemann zu einem Selbstversuch. Er nahm diese Arznei in geringen Dosen ein und beobachtete die eintretenden Veränderungen Befindens: "Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimal täglich jedes Mal 4 Quentchen gute China ein; die Füße, die Fingerspitzen usw. wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Ängstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder, dann Klopfen im Köpfe, Röte der Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome erschienen nacheinander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Mit Kurzem: auch mir bei Wechselfieber gewöhnlichen besonders die Charakteristischen Symptomen, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche in dem Periost über allen Knochen des ganzen Körpers Ihren Sitz zu haben scheint - alle erschienen. Dieser Paroxysmus dauerte 2-3 Stunden jedes Mal und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe Wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und ich war gesund. " Da Hahnemann diese Beschwerden an die in Siebenbürgen kennen gelernte Malaria erinnerten, kam ihm der Gedanke, dass das Heilvermögen der Chinarinde bei Malaria ihrer Fähigkeit zuzuschreiben sein könnte, beim gesunden Menschen Malariasymptome hervorzurufen. Diese Idee veranlasste ihn, an sich und seinen Familienmitgliedern auch andere arzneilich wirksame Substanzen zu testen. Er notierte die Ergebnisse sorgfältig und verordnete Kranken, deren Symptome Ähnlichkeiten mit den geprüften Substanzen aufwiesen, diese Substanz als Arznei. Die Beobachtungen bestätigten seine Vermutungen und so veröffentlichte er 1796 im "Journal der praktischen Arzneikunde" seinen ersten Beitrag über die umwälzende Entdeckung unter dem Titel: "Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen."
Darin sind bereits wesentliche Elemente des neuen Heilungsverfahrens, dem er später die Bezeichnung Homöopathie verlieh, enthalten.
In homöopathische Behandlung begeben sich gewöhnlich chronisch Kranke, die bereits mehr oder weniger die Möglichkeiten der modernen Medizin, vom Hausarzt über Fachärzte bis hin zur stationären Diagnostik und Krankenhausaufenthalten ausgeschöpft haben, ohne dass eine zufriedenstellende Besserung ihres Zustandes eingetreten wäre. Entweder waren Organschäden zu diagnostizieren, deren Therapie nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben oder wenn keine Organschäden vorlagen, wurden diese Kranken für gesund erklärt und trotz Ihrer Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, Migräne sich selbst überlassen oder der Empfehlung gefolgt, sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben. Worin besteht nun der grundlegende Unterschied zwischen der Homöopathie und der von Hahnemann als allopathisch bezeichneten Schulmedizin? Die Allopathie behandelt ihre Kranken nach dem Prinzip des Gegensatzes: "Contraria contrariis curentur" - Heile Gegensätzliches mit Gegensätzlichem. Einige Beispiele: bei Verstopfung werden Durchfall erzeugende Präparate verordnet, wird bei Verbrennungen Kälte verordnet, bei Schmerzen Betäubungsmittel, bei Depressionen Muntermacher, bei Bluthochdruck wird eine künstliche Blutdrucksenkung hervorgerufen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass. gerade bei chronischen Erkrankungen - nach anfänglicher Besserung nur einllzu oft eine Verschlechterung eintritt, sobald die Wirkung nachläßt. Die Folge: um eine Wirkung zu erzielen, muss die Arznei wechselhaft und häufiger eingesetzt werden bzw. die Dosis erhöht werden. Dabei wird der Patient jedoch keineswegs gesünder.
similia similibus curentur Die Leitbilder der ganzheitlichen Medizin reichen bis in die Antike, in arabische, orientalische, fernöstliche Medizinkulturen, im Abendland bis zu Hippokrates und Paracelsus. Ausgangspunkt ist der Gesunde als Ganzer, Einmaliger und Besonderer In seiner Umwelt. Mittelpunkt ist der Kranke mit seiner Anlage, Verfassung und dem "Vermögen" gesund zu werden. Ziel ist der Geheilte mit einem neuen Gleichgewicht, Harmonie und Handlungsfähigkeit. Demnach ist ein Mensch gesund, wenn er in sich, mit sich und mit seiner Umwelt in Harmonie ist.
| Sonntag, 20. Mai • 14:47 Sprechzeiten Montag: 9-12Uhr Dienstag: 16-18 Uhr Mittwoch 9-12:00Uhr Donnerstag 16-20 Uhr Freitag 9-12:00Uhr sowie nach Vereinbarung |